Projekt

Georg Weber

 

Georg ist 58 Jahre alt. Wenn er arbeitet, trägt er meistens seine Bayern-München-Mütze. Weil ihm die Farbe gefällt. Er weiß nicht, dass auf der Mütze Bayern München steht. Georg kann nicht lesen. Georg ist einer von acht Bewohnern, die im Altenheim überall mit anpacken, Tiere versorgen. Er ist für die Kühe zuständig, eine Arbeit, die er von Kindheit an gemacht hat.

Georg ist bis zu seinem 9. Lebensjahr bei seinem Großvater aufgewachsen. Den Vater kennt er nicht, die Mutter war in einer Nervenheilanstalt. Als der Großvater stirbt, schlägt er sich zwei Jahre alleine durch.
Danach nimmt ihn der Pfarrer als Hilfsarbeiter bei sich auf. Fotos aus seiner Jugend hat er nicht, aber alle Bilder und Briefe, die er als Erwachsener bekommen hat, bewahrt er sorgfältig auf.

Auf die Frage, ob er sich etwas wünsche, sagte er: “Noch einmal nach Maldorf fahren”. Maldorf ist sein Heimatort. Ein kleiner Weiler in der Nähe, wunderschön in einem Tal gelegen. Schaut man auf die Landkarte führt ein feiner Strich dorthin.

Georg wollte uns sein Dorf zeigen, seine Kirche, den Friedhof. Hier möchte er, wenn der Tag gekommen ist, beerdigt werden. Neben seinem Großvater. Und er will “Seine Glocke” noch einmal hören. Als junger Kerl war er Glöckner. Wir sind mit ihm dort hingefahren.

Ein sehr bewegender Tag.

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