Projekt

Anna Stirner

Diese Augen!
Keiner kann so durchdringend grimmig gucken wie Anna Stirner. Und doch hat die oft griesgrämig wirkende Frau einen weichen Kern.

Anna sagt laut und für alle vernehmbar, wenn ihr etwas nicht gefällt. Und weil das nicht so selten ist, ist Ihre Stimme oft zu hören im Altenheim. Entweder soll sie im Garten helfen und hat keine Lust dazu. Oder jemand hat sich über sie lustig gemacht.

Hin- und her gerissen zwischen Deutschland und Rumänien, blieb ihr als junges Mädchen keine Zeit zu lernen. Für ihre Mutter war Lesen und Schreiben weniger wichtig als die Arbeit auf dem Feld. Wenn man Anna heute nach einem Wunsch fragt, sagt sie: “Schreiben lernen”.

Als sie einen Kugelschreiber von uns in die Finger bekommt, beäugt sie ihn kritisch.  Sie sucht die Minenspitze und weiß nicht, dass sie dafür auf den Druckknopf drücken muss. „Schreibt der auch?“, fragt sie unsicher. Sie hat Angst gehänselt zu werden.

Jeden Abend gießt sie die Blumen und füttert die Wachhunde mit den Resten ihres Essens.

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